• Sara

Über's Fühlen & Wissen (ll)

(Tag 10 03.06.)


...Heute Früh startete ich mit Fardon an der Hand, ein gutes Training für mich auch in dieser Form mit sensiblen und leicht erregbaren Pferden zu arbeiten. Viento, ist eher einer von der ruhigen Sorte - müde am Morgen und auf Sparflamme da er nun doch am häufigsten den Lehrer geben muss, daher auch eher Fehler von Lernenden einstecken und verarbeiten muss. Fardon hingegen, der als Spanier schnell zappelig wird und sich versucht gegen einen durchzusetzen wenn es zu unklar oder auch anstrengend wird, braucht Sensibilität aber auch Durchsetzungskraft. Ich versuche mit meiner Energie und Motivationan solche Pferde gleich ganz unterschiedlich heran zu gehen, da damit schon die halbe Miete gemacht ist. Für einen Viento, bin ich wach, habe viel Energie und denke in Bewegung, Vorwärts, etwas Tun. Bei Fardon denke ich irgendwie etwas sanfter, ruhiger aber dennoch entschlossen, immer mit einem kleinen Lächeln im Kopf wenn es in der Konzentration auf meinen Lippen verloren geht. Wie gesagt erinnert er mich an mein Trainingspferd Tano zu Hause, von daher war es echt eine tolle Übung für mich, das Pferd aus der Überforderung der Übung zu holen, Vertrauen zu gewinnen und dann wieder in kleinen Schritten das gewünschte abzufragen. Auch das seitlich auf mich zu kommen übte ich mit ihm - in kleinen Schritten wo jeder Einzelne mit Entspannung und Freude belohnt wird. Die Spanier neigen nun mal schnell dazu bei Neuem und Ungewissen dicht zu machen, werden zappelig, gehen gegen einen und steigern sich in die Überforderung hinein. Da muss man einfach mit viel Geduld und Ruhe gegen anhalten. Nach einem kurzzeitigen Weltuntergang von Gewitter, Wind und Regen ging ich mit Ellen, den drei Hunden und Nala (eine der Katzen) spazieren, ein weiteres Stück des riesigen Geländes hier erkunden.

Wenn mir das Wochenende, welches ja nun doch sehr vielseitig war was die Beschäftigung mit den Pferden angeht, ein Fazit an die Hand geben sollte, wäre es den Unterschied zwischen reinem, theoretischen Wissen und dem praktischen Fühlen in diesem Moment verdeutlicht zu haben. Es ist sehr gut sich im Vorhinein, in der Theorie, über alle Abläufe, Wieso, Weshalb, Warum's und Techniken bewusst zu sein, auch diese bei anderen zu beobachten ist hilfreich. Aber im Endeffekt muss man es fühlen. Man muss ein Gespür dafür entwickeln, auf dem Rücken des Pferdes sowie am Boden. Mir ging es Gestern und Heute oft so dass ich viel ausprobiert habe und irgendwann durch Zufall die richtige Mischung meiner Signale fand und auf einmal alles ganz leicht wurde. Es fühlte sich richtig an, das Pferd war bei mir, verstand mich und ich hatte gefühlt nichts mehr (kein Gewicht, keinen Zügel, keine Macht) in der Hand und trotzdem fluppte es. Bis man diese Mischung findet fühlt es sich für mich wie eine Diskussion an, ich kann mich noch nicht klar ausdrücken und das Pferd versteht nicht, es ist anstrengend und ich bin hoch konzentriert. Und dann, als würde ein Schalter umgelegt werden, fühlt es sich leicht und richtig an... (Fortsetzung folgt)  

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