• Sara

Es ist ein Weg

(6. Tag 30.05.)

Die Zeit mit den Pferden vergeht hier wie im Flug. Damit diese nämlich nie die Freude am Training und Spiel mit dem Menschen verlieren, sind es meist nur kurze Einheiten in denen wir uns mit ihnen beschäftigen. Wenn es Bodenarbeit ist, die viel Konzentration abverlangt und sich zudem am vorherigen Tag ausgiebig beschäftigt wurde, kann es wie heute Morgen mit Django (Appaloosa) sein, dass wir nach 10-15 Minuten fertig sind. 

Heute habe ich einfach weiter an einer gemeinsamen Sprache mit ihm trainiert, also Führen üben. Im Vergleich zu gestern war er noch aufmerksamer und noch mehr bei mir, sodass er sogar haargenau auf Tempounterschiede an der Hand reagierte - all das tiefen entspannt. Ellen sagte ich sei manchmal sogar etwas zu entspannt und müsse etwas mehr Energie aufnehmen um beispielsweise nicht zu desensibilisieren sondern schnelle Aktionen abzurufen. 

Zum Ende hin darf Django sich in der Regel hinlegen, auch auf Kommando wenn er es nicht eh schon von alleine tut. Dann wird das liegen bleiben und Aufrichten ins Sitzen geübt. 

Im Anschluss habe ich mich mit Morrante (Spanier) ähnlich beschäftigt. Zu meiner Freude ging es auch an eine Übung an der ich zu Hause bisher kläglich scheiterte, sie aber persönlich einfach total schön finde: das seitlich auf mich zu kommen. Nachdem Ellen mir ihren Ansatz gezeigt hatte musste ich allerdings feststellen, das ich selbst auch schon den selben Ansatz hatte, nur nicht geduldig und konsequent genug war um auf den richtigen Schritt zu warten. So wie wir es trainieren, wird stetig ohne Druck zu erhöhen über die Kruppe auf die anderen Seite mit der Gerte getippt, den Kopf des Pferdes etwas von mir weg aufrichten und dann auf den Schritt in meine Richtung warten. Über Stimmsignale konnte ich verhindern das ich Morrante lediglich auf das Tippen der Gerte desensibilisiere, was durch meine „angenehme und entspannte Präsenz“ wie Ellen immer so lieb sagt, wie bei Iris zu Hause der Fall geworden wäre. 

Ellen riet mir, nicht den Druck über die Gerte zu erhöhen, lieber mit der Stimme ein allgemeines Signal für Bewegung (in den meisten Fällen ein Schnalzen) hinzu zunehmen. Über härtestes Tippen bis Schlagen werden die Pferde bloß hektisch und kommen gar nicht zum Ziel. Gesehen, Verstanden, Ausprobiert, Funktioniert :-)

Da wären wir schon bei einem Thema was mir am Herzen liegt: warum zeige ich bzw. schreibe ich über Themen und Übungen die ich selbst noch lerne, alles andere als perfekt beherrsche? Weil ich eine Weg zeigen möchte. Zu gut kenne ich das Gefühl im Netz und sonst wo nach Wegen, Erklärungen und Erfahrungen zu suchen. Aber oft bekommt man nur das perfekt erscheinende Endergebnis gezeigt. Mir hat das früher den Hals unglaublich lang gemacht! Ich wollte es auch können, wusste aber nicht wie. Dachte ich sei zu blöd und das Andere etwas direkt zu Beginn perfekt hinbekommen, einfach weil sie talentierter sind oder so ähnlich. Aber es ist ein Weg, für jeden. Ich teile meinen Weg gerne um unterschiedliche Möglichkeiten und Herangehensweisen zu zeigen, wie es bei mir und unterschiedlichen Pferden funktioniert - Erfahrungen. Ausprobieren, sich das Beste für sich und das individuelle Pferd herauspicken, nur so lernt man. Ich zeige meine Lernprozesse gerne um zu reflektieren was besser bzw. anders geht und deutlich zu machen, das nicht alles beim ersten Mal funktioniert. Auch nicht unbedingt beim zweiten oder dritten Mal, aber es werden Fortschritte folgen… (Fortsetzung folgt)

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