• Sara

Handarbeit als Vorbereitung zum Reiten

(4. Tag 28.05)

Das Wetter ist hier echt unbeständig, von jetzt auf gleich kann man von einem Regenguss überrascht werden, der dann aber auch genau so schnell wieder vorüber zieht. Pünktlich nach dem Frühstück zog die Untergangsstimmung dann aber tatsächlich wieder vorbei und Ellen und ich machten uns mit dem Quad auf die Suche nach den Pferden. 32 Hektar Land, das will man in der Tat nicht laufen um die Pferde zu suchen, vor allem wenn diese hoch in den Wald oder runter in die Täler ziehen. Meine erste Quad Tour, direkt querfeldein über Stock und Stein - vor allem Stein. Über schmale, steinige Wege ging es mit einem (für mich) Affenzahn hinunter ins Tal, von Achterbahnen und Co halte ich mich fern aber das war echt ein Riesen Spaß! Von mir aus hätten wir die Pferde noch eine Stunde suchen können :D Auch das steht definitiv auf meiner To-Do Liste hier, Quad Fahren lernen ! 

Nachdem wir die Pferde nirgendwo fanden mussten wir feststellen das sie die ganze Zeit über oben in ihrem Unterstand gestanden hatten.. So hatten wir wenigstens eine kleine Tour zum wach werden ;) Mit Viento wagte ich mich dann nach gestern zum zweiten Mal an die gymnastikzierende Handarbeit. Wir begannen wieder mit dem einfachen Führen um simpel aber direkt mit dem Pferd ins Gespräch und in eine gemeinsame Bewegung zu kommen. Handarbeit, hab ich zu Hause zwar immer mal ausprobiert aber da es mir nie jemand gezeigt hatte, ließ ich lieber die Finger davon. Ellen sagt zwar dass ich meinen Körper schon sehr gut einsetze, somit die Richtung gut vorgebe, aber dennoch bin ich mit der Koordination von und Konzentration auf Gerte, Zügeln, Körper, Blick etwas überfordert. Aber Übung macht den Meister, das Grundprinzip von Travers, Schulterherein und Traversale habe ich verstanden, weiß wie es sich anfühlt - jetzt fehlt es nur noch an der Feinheit und Präzision.  (Videos dazu gibt es auf meinem Instagram Profil)

Meine Spezialaufgabe für Viento ist es zudem auch die Vor- und Hinterhandwendung mit ihm zu üben, da dies zu Hause sowas wie meine Paradedisziplin ist. Ich lege viel Wert darauf die Vor- sowie Hinterhand flüssig und leicht bewegen zu können, daher können das meine Pflegepferde ja auch immer mit als Erstes. Im Anschluss durfte ich noch in Abwesenheit von Ellen mit Viento spielen. Fangen, Hinterherlaufen, Apportieren und auch seine persönliche Paradedisziplin, das Verdrehen der Zunge präsentierte er mir mit Freude. Viento ist mit seinen 20 jähren natürlich super ausgebildet und kennt die Signale, die ich beispielsweise anwende um ihn aus Entfernung im Trab zu mir zu holen. Aber dennoch ist es ein sehr schönes Gefühl wenn er nach der ersten richtigen gemeinsamen Einheit, nur über Zuruf vom Gras ablässt und zügig auf mich zu kommt. Da stimmt die Harmonie auf jeden Fall schon mal :)

Am Nachmittag habe ich Ellen dann noch dabei zugesehen wie sie Fardon ritt. Den Spanier hat sie seit zwei Jahren, er erinnert mich tatsächlich aus ihren Erzählungen sehr an mein Trainingspferd Tano zu Hause. Früher war er höchst unter Strom, überfordert und spulte ohne Kontrolle alles ab. Heute jedoch schnaubt er ab und brummelt bei der Trab-Verstärkung, den Seitengängen und der lösenden Arbeit. Sogar die hohe Schule mit Ansätzen zur Piaffe und Passage beherrscht Fardon. Ich finde es so schön Ellen selbst oder auch ihrer Schülerin beim Reiten zuzusehen, da man fast nichts sieht ;) Feine Signale, kein Geziehe und Festgehalte am Zügel.. Es sind immer kurze Phasen in denen Ellen ein paar Schritte der Lektion abfragt, dann wir wieder gelöst, gedehnt, entspannt, zumal ihre Pferde auch während der Übung nicht wirklich umentspannt sind. Viel mehr ist es hohe Konzentration, körperliche Anstrengung durch hoch anspruchsvolle Lektionen die gleich im Anschluss durch viel Raum und lösenden Bewegungen belohnt werden. Ich bin schon super gespannt darauf wenn ich die Tage das erste mal auf den Pferden sitzen darf. Allein durch die Arbeitseinheit mit Viento heut früh, habe ich Schon ein grobes Gefühl wie sich Travers und Schullehrerin im Sattel anfühlen - eine bessere Vorbereitung gibt es nicht... (Fortsetzung folgt)

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