• Sara

Spaß an der Freude

(Tag 12 05.06.)

Heute Früh bin ich zum ersten Mal Morante geritten, ein Spanier von der schlanken und filigranen Sorte. Nach etwas Bodenarbeit und Führen zum Einstieg, also unserer ersten richtigen Unterhaltung, schwang ich mich in den Sattel. Ich kann nur immer wieder betonen wie schön und wichtig ich es finde sich gemeinsam, vom Boden aus mit dem Pferd bewegt zu haben bevor man auf den Rücken klettert. Nicht nur das ich so herausfinde auf wie viel bzw wie wenig das Pferd reagiert, auch ob es bei der Sache ist, mir zuhört, sich auf mich einlässt - aber andersherum natürlich genau so. Auch das Pferd bekommt einen Eindruck von meinem Körper, meiner Bewegung - wir lernen uns eben kennen und unterhalten uns. Im Sattel wollte ich nach etwas Eingewöhnung und Einfühlen recht schnell mit der Biegung beginnen. Morante wird in der Regel mit einem Pellem geritten, da ich aber noch nie mit zwei Zügeln geritten bin, ließ ich den zweiten einfach locker durchhängen, er war zwar da aber unbenutzt. Irgendwie wurde aber alles recht verkrampft und es fühlte sich weder für mich noch für Morante denke ich gut an. Also wieder ein paar Gänge runterschrauben und einfach nur auf meinen Sitz und die Gewichtsverteilung achten. Die Zügel ließ ich komplett außen vor, bis auf einen leichten Kontakt am Äußeren um ihn beim Abwenden begrenzen zu können. Ansonsten lag der Fokus weiter im locker und langem Sitzen, Mitschwingen, Hüfte öffnen und drehen, Morante über mein Gewicht reiten und „lenken“. Das wiederum fühlte sich dann ziemlich schnell auch wieder ziemlich gut an! Ohne Anlehnung oder jegliche Stellung ritt ich mit Morante eine 8 nach der anderen und dennoch war sein Kopf nicht in die Höhe gerissen oder die Nase schleifte im Boden, er  balancierte sich selbst und so ging es einzig und allein um’s Wendungen reiten. Wenn ich damit nicht irgendwann einen Drehwurm für uns beide riskiert hätte, hätte ich so noch Stunden weiter reiten können. Es hat sich einfach gut, stimmig und leicht angefühlt! Gerade im Aussitzen gehen meine Arme und Hände zwar noch etwas zu sehr mit der Bewegung mit, aber auch das wird sich mit der Zeit legen. 

Anschließend machte ich mit dem kleinen Django noch etwas Bodenarbeit. Dabei geht mir einfach das Herz auf.. Es macht mir so viel Spaß, es ist eine Leichtigkeit und ein Spiel da auch Django voll dabei und mega verspielt ist. Unser Führen wird immer feiner, heute übte ich mal vermehrt das Stehen bleiben aus dem Trab - klappte auch schon ganz gut. Bei Django kann ich wirklich total viel spielerische Energie aufnehmen, rumtanzen und laufen - er ist voll dabei :) Dazu haben wir am Weichen auf Druck geübt, an der Vorhand über physischen Druck, an der Hinterhand über Gucken / Körpersprache und rhythmischen Zeichen der Gerte. Er versteht so unglaublich schnell!! Immer nur einen Schritt abgefragt, zum Schluss waren aber gar schon zwei keine Schwierigkeit mehr. Zu guter letzt spielten wir noch ein wenig „Folgen“ im Schritt und Trab, Anhalten und Rückwärts. Es war keine halbe Stunde aber das hat nun wirklich für Django gereicht. Selbst zum Hinlegen am Ende war er fast zu müde von der ganzen Konzentration. Es ist nämlich wie eine Art Ritual geworden das er sich nach jeder Einheit wälzen darf, bzw. er es einfach tut und dann üben wir halt am liegen bleiben bzw. Sitzen. Es ist einfach pure Freude sich mit solch einem jungen, verspielten und unverdorbenen Pferd beschäftigen zu dürfen. 

Also ein rundum gelungener Tag, tolles Gefühl mit Morante im Sattel & tolles Gefühl mit Django am Boden! :) ... (Fortsetzung folgt)

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