• Sara

Tano auf einem Barockturnier

Wie ich es bei Instagram ja schon angekündigt hatte, war Tano am vergangenen Wochenende auf seinem ersten Turnier. Eine ganz schön große Sache, die ne Menge Vorbereitung abverlangt.


Aber zuerst einmal will ich erklären wie es dazu kam.

Hintergrund:

Jeder der uns ein wenig verfolgt weiß, dass zu mindestens ich Tano nur sehr unregelmäßig reite und ja auch gerade erst wieder richtig mit dem Reiten anfange. Tano steckt ebenfalls mit seinen 11 Jahren doch etwas spät noch Mitten in der Ausbildung, am Boden wie unter dem Sattel. Diverse Gründe dafür liegen in seiner Vergangenheit, zusammengefasst war er aber einfach vorher noch nicht dazu bereit.

Da weder Tano's Besitzerin noch ich begnadete Reiter sind, dauert die Ausbildung natürlich entsprechend länger.

Wir wissen aber mittlerweile was in Tano steckt, welches Potential er hat und wo das ganze wohl mal hingehen wird. Dass er niemals die Beine wie ein Warmblut schmeißen wird ist klar, immerhin ist er ein spanisches, eher rundes Pony. Aber wenn der richtige auf ihm drauf sitzt und ihm die korrekten Signale gibt, läuft er toll und kann ideal Muskeln aufbauen. Unsere Trainerin ist freizeitmäßig Turnierreiterin und hat schon vor geraumer Zeit vorgeschlagen, Tano auf einem Barockturnier vorzustellen. Da weder seine Besitzerin noch ich uns dazu bereit fühlten, ist sie ihn dort geritten.


Der Turniertag:

In den frühen Morgenstunden war Tano total entspannt und höchstens leicht verwundert, dass wir ab 5 Uhr morgens beim ihm herum wuselten. Da Tano ja erst vor wenigen Wochen im Urlaub auf einem mehrtägigen Wanderritt war, hatte er das Prozedere des Verladens noch in Erinnerung und war nach nicht mal 5 Minuten, ganz ruhig, verladen. Er hatte lediglich kurz gezögert, da es ein fremder Hänger war, der für ihn deutlich nach anderem Pferd und Stall gerochen haben muss. Da seine Besitzerin das Verladen aber schon öfters mit ihm geübt hat, war die erste Hürde problemlos geschafft.

Am Turnier Parkplatz angekommen, stand er noch einige Minuten ganz ruhig im Hänger bis wir ihn rausgeholt und noch eine Weile haben grasen lassen. Als wir uns dann langsam Richtung Abreiteplatz auf den Weg machten und meine Trainerin dieses Stück bereits ritt, hatte er einen wirklich zackigen Schritt drauf und wirkte etwas angespannt. Seine Besitzerin (und größte Vertraute) jedoch immer an seiner Seite. Ich hielt mich eher im Hintergrund damit er sich wirklich voll und ganz auf meine Trainerin und seine Besitzerin als Begleitperson konzentrieren konnte. Die ganze Atmosphäre auf einem Turnier ist wirklich nicht zu unterschätzen, vor allem wenn es das erste Mal ist.

by Mia Pflieger

Auf dem Abreiteplatz selbst war er direkt in Gesellschaft von drei anderen Pferden. Zu Beginn lief er wirklich gut und war zu meiner Überraschung sehr konzentriert. Doch wer kennt es nicht, es gibt immer diese etwas rücksichtslosen Bahngenossen, die einem den Weg abschneiden oder nicht genügend Anstand halten. So kam es dass Tano von zwei Pferden, eins von vorne und eins von hinten kommend, total eingeengt wurde und sich für einen kurzen Moment in einer sehr engen Gasse zwischen zwei völlig fremden, angespannten Pferden befand. Dabei hat er Panik bekommen und war für die folgenden Minuten sehr unkonzentriert, hat sich vor Fahnen, der Musik und den Blumen gegruselt und wäre vermutlich am liebsten der Situation entkommen. Meine Trainerin ist aber sehr cool geblieben und konnte ihm doch wieder Ruhe vermitteln, so dass er zwischenzeitlich wieder ganz entspannt am langen Zügel über den Abreiteplatz stiefelte.


Die Prüfung: Tano ist eine A-Dressur in Abteilung gegangen. Für sein aller erstes Mal sind wir wirklich stolz auf ihn und er sowie meine Trainerin, haben es super gemeistert. Er hat nichts verweigert, hat sich nicht erschrocken und hat sein Bestes gegeben. Dennoch, er war ganz klar sehr angespannt. Im Protokoll steht zurecht dass er die meiste Zeit sehr spannig lief und das war auch nicht zu übersehen. Er war recht guckig und hat sich viel verworfen.

Die beiden wurden nicht platziert, das war aber auch nie unser Anspruch!

Die Rückfahrt gestaltete sich wieder als sehr unproblematisch. Zuerst hat Tano gezögert in den Hänger zu steigen und als dann auch noch die Pferde neben uns verladen wurden und das nur Theater gab, haben wir uns mit ihm von der Situation entfernt und gewartet bis die anderen fertig waren. Dann stand er wieder ruck zuck nach zwei Anläufen ruhig im Hänger.


Alles in Allem denke ich dass der Tag zumutbar für ihn war und er keine überaus negativen Erfahrungen und Erinnerungen mitgenommen hat.

Ich stand der ganzen Aktion extrem skeptisch gegenüber und ganz ehrlich, mein Herangehen wäre auch anders zu dem gewesen, wie es letztendlich gelaufen ist. Aber er ist nicht mein Pferd also treffe nicht ich die Entscheidungen und kann lediglich beratend zur Seite stehen. So konnte ich immer mit etwas Abstand zu der Situation seinen momentanen Zustand beurteilen.


Tano wächst mittlerweile an allem was er zum ersten Mal sieht, ungemein.



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